Wie relevant ist der Rassismus in der Sprache?

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Als Kind habe ich erlebt, in welchen postkolonialistischen Kontexten und mit welcher Abfälligkeit die Worte „Mohr“ und „Neger“ gebraucht wurden. – Aber daß es jetzt als diskriminierend gilt, wenn man „Schwarze“ sagt statt „people of color“, leuchtet mir nicht ein. Das wirkt auf mich konstruiert. – Ich sage: Es wirkt auf mich so. Allerdings weiß ich nicht, was dazu geführt hat, daß das Wort „Schwarze“ jetzt als diskriminierend gelten soll. Wüßte ich es, würde diese Bewertung auf mich vielleicht nicht mehr so konstruiert wirken wie eine Anstandsregel.

Nettigkeit und Respekt sind etwas anderes als Anstand. Sie ergeben sich bei kooperativen, solidarischen und wertschätzenden Menschen von selbst, aus der Logik der Beziehung zwischen Menschen.

Mir fällt es schwer, nachzuvollziehen, warum so ein Wert auf die Form gelegt wird. Ich würde mir wünschen, daß es maßgeblich ist, wie Menschen sich verhalten, nicht, wie sie reden.

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Ich halte die Einstellung, daß Menschen keine falsche Einstellung haben dürfen, für unrealistisch und intolerant. Schlimm sind falsche Einstellungen doch nur, wenn sie mit Unkorrigierbarkeit einhergehen. Worauf es ankommt sind doch die Bereitschaften, zuzuhören, sich zu hinterfragen und sich solidarisch zu verhalten, nicht der aktuelle Stand aller eigenen Einstellungen zu allen möglichen Aspekten der menschlichen Angelegenheiten.

Und die Einschätzung, daß der Rassismus in den Köpfen noch ganz schlimm sei, halte ich für eine Illusion der Desillusioniertheit. – Pessimismus ist zirkulär: Wer eine übertriebene Sicherheitsvorkehrung anzweifelt, gilt als leichtsinnig. Wer eine pessimistische Einschätzung anzweifelt, gilt als naiv. „Zirkelschluß“ nennt die Logik das Phänomen: „Die Wahrheit ist bitter. Wer daran zweifelt, will sie nicht wahrhaben. Also muß sie wahr sein.“ (Wie immer wir das evolutionär aus der Umwelt der Menschwerdung erklären wollen: Es ist ein gut belegtes Faktum der Kognitionspsychologie, daß abwertende und pessimistische Aussagen „professioneller“ wirken, als wertschätzende oder optimistische.)

Ist es wirklich so unrealistisch, davon auszugehen, daß der Restrassismus der meisten Menschen in Deutschland weitgehend unproblematisch ist, weil er verschwinden würde, sobald die Menschen verschiedener Hautfarbe mehr miteinander zu tun hätten? – Genau genommen müßten wir hier empirische Befunde diskutieren, über das Ausmaß der Bereitschaft in der Bevölkerung, Reste rassistischer Vorstellungen oder gar rassistischen Verhaltens zu hinterfragen und zu verändern. Aber soweit ich sehe, gibt es solche Befunde nicht.

Diskriminierung hat oft etwas mit dem Kollektiv zu tun, nicht mit den einzelnen Menschen. Wieviele Eltern würden ihren Mädchen etwas anderes anbieten, als traditionelle Mädchenklischees, wenn sie nur genügend Austausch mit Eltern hätten, die weniger beschränkte Vorstellungen haben! – Und daß es zuwenig Schauspielrollen für „people of color“ gibt – liegt das an einzelnen Menschen? Vielleicht würde eine Produzentin sagen: „Finde ich ja auch blöde, aber wir trauen uns nicht, mutig zu sein, sonst sind wir auf dem Aufmerksamkeitsmarkt ganz schnell weg vom Fenster! – Und ich habe Verantwortung für die Firma!“

Daß es schlimm ist, wie Mädchen immer noch um ihr Leben betrogen werden durch frühe Ausrichtung auf beschränkte, konventionelle Vorstellungen von Mädchenhaftigkeit, und daß Menschen anderer Hautfarbe immer noch benachteiligt werden in vielen Lebensbereichen: daß das schlimm ist, und daß die Bewegung dagegen zu den vordringlichsten und wichtigsten Aufgaben unserer Zeit gehört – das ist doch gar keine Frage!

Aber es ist eine uralte Weisheit, daß die Einzelnen reifer und klüger sind als das Kollektiv. Und wer das verkennt und, statt bestehende Bereitschaften zu nutzen, sich abmüht, offene Türen einzurennen, vertut Zeit und Energie. – Zudem ist schon viel im Gange gegen Diskriminierung und Rassismus! Ob der Prozeß der Zivilisation wirklich durch Sprachregelungen beschleunigt werden kann, halte ich für zweifelhaft.

Jedenfalls halte ich es nicht für konstruktiv, mühsam die letzten Überbleibsel von Rassismus bei andern herauszupopeln. Und ich bezweifle ernsthaft, ob das wirklich im Sinne der Diskriminierten ist. – Ich denke, es läßt sich weit mehr ausrichten gegen Diskriminierung, wenn wir die Aufmerksamkeit auf die Veränderung der tatsächlichen Nachteile richten!

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Aus all diesen Gründen wirkt für mich der große Wert, der auf die richtige sprachliche Form gelegt wird, nicht sachlich sondern modisch. Ich vermute, daß es sich dabei um ein sozialpsychologisches Phänomen handelt: Daß viele ein schlechtes Gewissen haben, nicht genug gegen Rassismus zu tun, wenn sie sich nicht der neuen sprachlichen Vorgaben bedienen. Und so entsteht ein selbstverstärkender Prozeß: Es kommt dann nicht gut an, wenn man nicht durch die richtige Sprache zeigt, daß man gegen Rassismus ist, oder wenn man gar die neuen Sprachregelungen hinterfragt. Und je unhinterfragter die Sprachregelungen gelten, um so stärker wird das Gefühl, gegen Rassismus zu sein, erfordere auch den „korrekten“ Sprachgebrauch.

An sich ist es ja sehr gut, daß die Sensibität für Rassistisches in Sprache, Denken und Kultur sich entwickelt. Was mich stört ist bloß die rechthaberische Empörung, mit der anderer Sprachgebrauch „bestraft“ wird. – Manchmal mutet es mir auch an, als wenn bestimmte Leute die rassistischen Überbleibsel in Sprache und Denken brauchen, um jemanden zu haben, auf den sie mit dem Finger zeigen können. – Und merkt eigentlich niemand, wie sehr manche Interviews triefen von Überheblichkeit und moralischer Selbstgefälligkeit? – All das macht mich skeptisch. Und nicht nur skeptisch:

Leute, die jede Nutzung eines falschen Wortes als „rassistisch“ anprangern, aber selber von „toxischen Männern“ reden, machen mir Angst. Meine Erfahrung lehrt mich, sofort reißaus zu nehmen, wo Leute sich für die Guten halten.

 

Über Genderneutrale Sprache

Lesedauer: 4 Minuten

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Ich unterstütze ausdrücklich das Anliegen der Genderbewegung. Aber ich schreibe herkömmliches Sprechdeutsch – d.h. Deutsch mit generischem Maskulinum. Ich würde wetten, daß fast alle, deren Muttersprache das Deutsche ist, in den meisten Fällen das generische Maskulinum noch genderneutral lesen und hören, ohne daß es ihnen zu Bewußtsein kommt – es sei denn, sie hätten bereits trainiert, darauf zu achten.

Mir jedenfalls fällt es schwer, mir vorzustellen, daß jemand, der das Wort „Touristen“ hört, unmittelbar eine Männergruppe vor Augen hat. – Oder: Stellen Sie sich vor, Sie wollen rechts abbiegen und Ihr Beifahrer ruft: „Vorsicht Radfahrer!“ – Würden Sie an einen Mann denken? Nein, an einen Menschen auf Fahrrad. Die männliche Form ist im Deutschen in bestimmten Kontexten Platzhalter für beide Geschlechter. Hören Muttersprachler in diesen Kontexten die männliche Form, wissen Sie „instinktiv“, daß jetzt beides möglich ist: eine Frau oder ein Mann.

In jeder Sprache legen nicht allein die Worte, sondern auch die Kontexte Bedeutungen fest – unmittelbar, „instinktiv“, durch „Sprachgefühl“. – Freilich ist es möglich, sich zu trainieren, bei der maskulinen Form immer nur an einen Mann zu denken. Aber wozu soll das gut sein?

Zu Beginn des Jahrtausends stellte sich mir eine ostdeutsche Frau als „Schienenbauingenieur“ vor – so stark war die Genderneutralität des generischen Maskulinums im ostdeutschen Sprachgefühl verankert. Logisch: da gab es ja auch – im Gegensatz zu Westdeutschland – jede Menge weiblicher Ingenieure, selbst im Schienenbau…

Freilich gibt es eine „Restanomalie“ des herkömmlichen Deutschs. Auf die Frage: „Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller“ nennt fast niemand eine Schriftstellerin. Das generische Maskulinum stößt an Grenzen, es „funktioniert“ nur in einem starken Kontext.

Völker deren Sprachen kein generisches Maskulinum kennen sind meist weit patriarchalischer als wir (Beispiel: Ungarn, dort wurden die Genderstudies abgeschafft). Es ist zweifelhaft, ob eine verordnete Sprachreform zu größerer Gendergerechtigkeit führt und zu größerer Desillusionierung über männlichen Dünkel.

Dennoch ist die Nutzung genderneutraler Schreib- und Redeweisen grundsätzlich begrüßenswert, weil sie förderliche Irritationen auslöst. (Wir haben schon in den 80ziger-Jahren unsere Professoren mit der Schreibweise man/frau geärgert.) Abgesehen davon ist es immer interessant, wenn neue Sprachmöglichkeiten entstehen.

Außerdem hat jede Generation das Recht, sich in der Sprache, in die sie hineinwächst, einzurichten, die Sprache weiter zu entwickeln und zu gestalten. (Das gilt selbst dann, falls meine unten (Pkt.2) angeführte Einschätzung stimmen sollte, daß das Gendern den Prozeß der Zivilisation nicht fördert und auch nicht von sprachlicher Überzeugungskraft getragen wird sondern von sozialpsychologischen Prozessen.)

Allerdings: Die neue Rede- und Schreibweise ist eine auferlegte Selbstdesensibilisierung für das Sprachgefühl, ein Wegtrainieren der Kontextsensibilität. Wir dürfen uns für uns selbst entscheiden, uns eine Sensibilität wegzutrainieren, aber wir dürfen es von niemandem verlangen. Ein Sprachgefühl umerziehen zu wollen hat etwas Gewaltsames.

Ich halte es daher für das Sinnvollste, die Sprache frei zu lassen, d.h. den Sprachgebrauch nicht zu moralisieren.

Wenn das Gendern für die nachwachsenden Generationen die überzeugendere Sprachvariante sein sollte, ist das doch toll! Dann wird sich die Sprache ohne moralischen Druck weiter entwickelt haben! – Falls das Gendern aber nicht überzeugt, wird moralischer Druck auch nichts bringen.

(Das Argument, das Gendern mache die Sprache kaputt, halte ich für Blödsinn. Allenfalls wird es eine Zeit des Umbruchs geben, in der sich niemand mehr vollumfänglich der Sprache sicher sein kann. Daraus wird ein neues sicheres Sprachgefühl entstehen. – So geht es mit allen Erneuerungen.)

 

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Eine junge Frau warf mir vor: „Ich fühle mich als Frau diskriminiert, auch durch die Sprache, und das, was du für mich tun kannst, wäre: zu gendern. Wenn du nicht genderst, dann engagierst du dich nicht gegen meine Diskriminierung. – Du bist ein Mann, du weißt nicht, wie sich das anfühlt, diskriminiert zu werden! Wenn du es nicht für angemessen und gerechtfertigt hälst, zu gendern, dann sprichst du mir mein Gefühl ab und bagatellisierst meine Diskriminierung!“

Ich fände es sinnvoll, nicht nur sich für Vorurteile und Diskriminierung zu sensibilisieren, sondern auch für Unterstellungen: Es wäre eine Unterstellung, zu behaupten, wenn ich nicht gendere, würde ich zu wenig gegen mein angestammtes Paschaprivileg als Mann unternehmen wollen, zu Lasten der Diskriminierten.

Wenn es klar wäre, daß Gendern ein gebotenes Mittel gegen Diskriminierung ist, wäre das was anderes. Aber: Ist Gendern das? Welche Belege gibt es dafür?

Warum fühlen sich soviele Frauen nicht durch den herkömmlichen Sprachgebrauch diskriminiert? – Vielleicht ist die „Restanomalie“ des herkömmlichen Deutschs so gering, daß weder Mann noch Frau noch Diverse sich daran stören würden, wäre nicht die Idee entstanden, daß sie sich daran stören sollten? – Und vielleicht war es nicht sprachbezogenes Unbehagen, das soviele Leute zum Mitmachen motivierte, sondern eine sozialpsychologische Dynamik? – Und vielleicht könnte das Gendern genausogut unterbleiben, ohne daß dadurch der Prozeß der Gleichberechtigung, der Entdiskriminierung und der Desillusionierung männlichen Dünkels im geringsten Nachteile hätte? (Ich schreibe: „vielleicht“ – d.h. ich weiß nicht ob es so ist, ich muß auch damit rechnen, daß es anders ist.)

Gendern an sich ist nicht progressiv. Progressiv ist das, wofür es steht: Desillusionierung über Geschlecht und Geschlechterrollen, Befreiung von vorgestanzten Vorstellungen und Sozialisationswegen und Abschaffung von Diskriminierung. – Ich würde mir wünschen, daß wir Menschen danach beurteilen, wie weit sie in der Sache fortgeschritten sind, nicht danach, welche Förmlichkeiten sie benutzen. Denn dadurch, daß Gendern als progressiv gilt werden viele gendern, weil sie befürchten, sonst als unprogressiv zu gelten. Und das bedeutet: Gendern macht unsichtbar, wie progressiv Leute tatsächlich sind. – Es wäre blöd, falls die Genderengagierten dadurch viele Verbündete nicht erkennen – ebensowenig wie anpasserische Karrieristen, Mitläufer, Ja-Sager und Heuchler.

Moralischer Druck ist in persönlichen Beziehungen nicht hilfreich. – Unrecht ensteht aus einem Mangel an Einsicht. Nur wer sich für was Besseres hält, glaubt, auf Kosten anderer Vorteile haben zu dürfen. Nur wer aus Beschränktheit oder Mangel an Mitgefühl sich falsche Vorstellungen von der Bedeutung der Folgen seines Handels für andere macht, ist skrupellos. Wer desillusioniert ist, handelt moralisch, Unmoralische pflegen Illusionen. – (Darin besteht ja die Stärke von Judith Butlers Begriff der „Betrauerbarkeit“: Er hinterfragt den Dünkel der eigenen Vortrefflichkeit ebenso wie Richtigkeitsgefühle aus Vorstellungsschwäche, die beide dazu führen können, daß das Leid von Angehörigen der eigenen Zivilisation als schlimmer erlebt wird, als das anderer.)

Druck hat noch nie eine Überzeugung geändert. Überzeugungen verändern sich nur durch Verständigung. Das Problem ist freilich: Verständigung kann langwierig sein. – Ich bin Skeptiker. Ich habe vieles erlebt und kann mir vieles vorstellen. Deshalb überzeugt mich vieles auch nicht so schnell, weil ich mir es auch anders erklären kann. Da kann ich verstehen, wenn meinen Gesprächspartner:Innen der Geduldsfaden reißt. Ich schließe nicht aus, daß auch ich noch die eine oder andere Illusion pflege. Doch wenn ich bezüglich meiner Auffassung des Genderns im Unrecht bin, wird es lange dauern, bis ich das kapiert habe.

 

Nachsatz

Meine Fragen zum Gendern sind:

Wieviele Frauen fühlen sich durch den herkömmlichen Sprachgebrauch diskriminiert? Was genau erleben sie daran als diskriminierend?

Fördert Gendern die Gleichberechtigung? Oder sind wir – angesichts dessen, was im letzten halben Jahrhundert bereits erreicht wurde gegen alle Formen von Diskriminierung – sind wir in einem „Prozeß der Zivilisation“ der so stark ist, daß das Gendern genauso wenig bringt, wie eine Kerze unter eine Lampe zu stellen? Würden die Energien, die jetzt auf das Gendern gelenkt werden, nicht vielleicht sogar an anderer Stelle den Prozeß der Gleichberechtigung viel besser und schneller befördern?

Wird die Bereitschaft des überwiegenden Teils der Deutschen, gegen Diskriminierung vorzugehen, wo immer sie sich zeigt, unterschätzt? Ist also die Gewalt und der Rassismus vielleicht gar nicht so „strukturell“? Was soll das überhaupt konkret heißen: die Gewalt sei „strukturell“? Gesagt ist das leicht, aber wie läßt sich das überprüfen?

Welche Rolle spielt Demokratie im Zusammenhang mit dem Gendern: Sollen alle Frauen darüber abstimmen, ob offiziell gegendert werden soll oder nicht?

Welche Rolle hat das Argument: „Du gehörst zu den Privilegierten, du weißt nicht, wie es sich anfühlt, diskriminiert zu werden!“ – Welche neutrale Instanz zur Beurteilung könnte es hier geben? Wie können Betroffene und Nichtbetroffene über die Akzeptabilität von Forderungen der Betroffenen reden? Es wird ja wohl niemensch im Ernst einen Blankocheck fordern nach dem Motto: „Du gehörst nicht zur Gruppe der Diskriminierten, du weißt nicht, wie ich leide, deshalb kannst du nicht mitreden, deshalb mußt du da, wo wir uns nicht einigen können, alle meine leidensbezogenen Feststellungen und Forderungen akzeptieren oder du bist ein Arsch!“

Meine Fragen mögen naiv sein, aber das ist nunmal mein Stand der Auseinandersetzung mit dem Thema. – Und ich bin mit meiner Meinungsbildung zu diesen Fragen noch lange nicht fertig und für Kommentare dankbar.

 

Weiterlesen:  https://www.deutscheakademie.de/de/aktivitaeten/projekte/sprachkritik/2019-07-26/drei-fragen-zu-gendergerechter-sprache

Erste Ideen für offene Bürgerräte

 

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Demokratie heißt: Die Bürger müssen für sich selber sorgen. – Doch wir haben das Sorgen delegiert an Parteien, Parlamente, Verwaltung, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft. Unsere Ideen, unser Wissen, unsere Vermutungen und unsere Lebenserfahrung bleiben weitgehend ungehört.

Der nächste Entwicklungsschritt unserer Demokratie könnte sein: daß Bürgerräte entstehen, die in der Öffentlichkeit eine unignorierbare Stimme haben. – Jeder Bürger, jede Bürgerin kann sich in Themen einarbeiten und mitdiskutieren. – Die von den Räten geschaffene informationelle Infrastruktur wird es ermöglichen, daß 2 bis 3 Stunden Zeitaufwand pro Woche dafür ausreichen werden, es wird nicht mehr nötig sein, fünf Zeitungen und sechs Internetportale zu verfolgen. Dann wird Demokratiepflege für alle so selbstverständlich sein wie Körperpflege.

 

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Anders als Bürgerinitiativen treten die Bürgerräte nicht für Interessen ein, sondern recherchieren, klären auf, geben Rückmeldungen, kritisieren, stellen Fragen und entwickeln Ideen. Sie behaupten nicht: „Wir sind das Volk“, sondern bemerken bloß: „Wir haben da noch eine Frage“.

 

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Der Journalismus wird der professionelle Erheber von Information bleiben. Aber Politik, Recht, Rundfunk, Verwaltung und Wirtschaft werden sich ganz anders der Öffentlichkeit stellen müssen, wenn wir Bürger an der Öffentlichkeit mitwirken statt sie wie bisher an den Journalismus zu delegieren.

Stellen wir uns doch einmal vor, es gäbe starke, in der Medienöffentlichkeit unüberhörbare Bürgerräte. Dann hätte es einen Aussagewert, wenn Spitzenpolitiker sich Interviews mit Räten verweigern würden. – Diese Interviews könnten ausführlich, eingehend, und sachlich ohne Rücksichten geführt werden – im Gegensatz zu den Rücksichten, die Journalisten ihrer Chefredaktion und den Formaten ihres Mediums gegenüber nehmen müssen.

Gerade beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk besteht die Gefahr, daß Journalisten gezügelt werden bezüglich der unbequemen Fragen, weil die Politiker die Rundfunkgesetze machen. Abgesehen davon gibt es dort keine seriösen Interviews mehr, nur noch Kurz-Interviews, bei denen man frappiert ist von den Fragen, die nicht gestellt werden, stattdessen gibt es Talk-Shows, die schon vom Format her verhindern, daß Politikern „auf den Zahn“ gefühlt werden kann. – Auch in der Presse gibt es zuwenig Interviews und sie sind begrenzt und abgeschlossen. Das bedeutet: es geht über Statements und Schlagabtausche meist nicht hinaus. Es sind eher Bestandsaufnahmen als Argumentationen. – Schlimmer ist noch:

Der Journalismus unterliegt den Gesetzmäßigkeiten des Medienrummels: Er muß die Themen bedienen, die Aufmerksamkeit versprechen. Deshalb haken die Medien zu wenig nach und bleiben nicht dran an den Themen. Die Strategie der Politiker, unbequeme Themen „auszusitzen“ und darauf zu warten, daß der Medienrummel sich verflüchtigt, werden die Bürgerräte unmöglich machen. Sie werden am Ende jedes Interviews die offenen Fragen dokumentieren und die Politiker zu themenbezogenen Folgeinterviews einladen. In den Folgeinterviews bringen die Räte dann neue Recherchen ein und können die Politiker fragen, was sie selbst zur Beantwortung der Fragen mitgebracht haben oder beitragen wollen – oder aus welchen Gründen sie nichts mitgebracht haben oder beitragen wollen… – Und jede Dokumentation wird – wie Wikipedia – nur ein Klick weit entfernt sein…

 

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Die Bürgerräte werden eine starke politische Kultur schaffen, in der sie ständig aus Interaktionen neu entstehen. Ihr Bestand besteht höchstens in den Kompetenzen und Erfahrungen der Teilnehmenden. – Sie sind nicht angewiesen auf Verwaltung, auf Verdienen von Geld, sie haben kein Konto und keine Zentrale. Das macht sie freier. – Journalismus und Nicht-Regierungs-Organisationen brauchen geschäftlichen Erfolg um ihren Bestand zu erhalten. Sie müssen Manches machen oder unterlassen, um ihren Bestand zu sichern. – Was ständig neu entsteht, muß nicht für seinen Bestand sorgen. Die Bürgerräte halten keine Spendenhand auf, sie haben kein Büro und kein Inventar und es gibt keine hauptberuflichen Funktionäre, es gibt niemanden, der davon lebt.

 

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Die Räte werden Orte der Kultivierung „herrschaftsfreien Diskurses“ sein. – Herrschaftsfreiheit ist ein regulatives Ideal, das unerreichbar ist, aber einen Kurs vorgibt. Es bedeutet: niemandem werden Redebeiträge verwehrt und niemand wird wegen seiner Beiträge bewertet, belohnt, bestraft oder ausgeschlossen. Hier darf jeder mit seinen Gefühlen und Vorurteilen ankommen.

Wir Menschen brauchen einander, um den Kontakt zur Realität nicht zu verlieren, und je mehr mitdiskutieren, je weniger Chance haben Illusionen. Und egal wie idiotisch eine Befürchtung, ein Einwand oder eine Idee klingt: man weiß nie, was darin an Wahrem und Brauchbaren liegt. Das persönliche Befinden darf hier keine Ansprüche stellen bezüglich dessen, was gesagt werden darf und was nicht, geschweige denn bezüglich dessen, was bei der Argumentation herauskommen soll. Egal wie laut jemand schreit oder wie beleidigt und empört er sich fühlt: In den Bürgerräten darf alles gesagt werden und es zählt nur das bessere Argument.

 

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Der Satz: „Das bringt doch nix“ wird hier blödsinnig sein. Wir werden eine neue Einstellung zur Zeit entwickeln: Erfolg wird definiert: als bestmögliche Erledigung der aktuellen Aufgaben, einerlei, ob wir in absehbarer Zeit damit meßbare Erfolge haben. – Bürgerräte schaffen Klarheit und Bewußtsein in der Öffentlichkeit. Das wirkt früher oder später immer.

 

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Es gilt das Entbehrlichkeitsprinzip: möglichst viele von uns sollen hinreichend qualifiziert sein, um Diskussionen zu leiten, Streit zu schlichten, Interviews zu führen, Ideen und Anliegen zu vertreten usw.

 

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Ungewohnt für unsere Zeit wird vor allem sein: anderen wertschätzend zu begegnen, mit Neugier und Vorfreude auf ihre Potentiale – statt mit Angst, davon in den Schatten gestellt zu werden.

 

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Wir unterstellen keine Intentionen und fällen keine moralischen Urteile. Es wird davon ausgegangen, daß Fehler und Fehlentwicklungen kein moralisches Versagen sind sondern Ausdruck von Umständen, selbstverstärkenden Prozessen und „blinden Spiegeln“: defizitären Korrektiven.

Wir werden den Feind immer in Umständen sehen, nie in Menschen.

Die Anliegen, die alle Menschen teilen, sind größer als die, die sie trennen. Wir werden lernen, die gemeinsamen Anliegen herauszuarbeiten, für die es sich lohnt, Kriegsbeile zu begraben und zusammenzuarbeiten.

 

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An der Stirn unserer Internetseiten wird der Satz prangen: „Finde heraus, was dagegen spricht, daß Du Recht hast!“

 

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Wichtigste Bedingung ist: Die Arbeit wird so dosiert und verteilt, daß das bürgerliche Leben darunter nicht leidet, weder die Kinder, die Partnerschaft, die Erholung, die Interessen oder der Beruf. Die Räte dürfen so langsam sein, wie sie wollen. Niemand muß Angst haben, „sich eine Verpflichtung ans Bein zu binden“. Stressmacher sind unerwünscht.

 

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Wieso ist aus den vielen engagierten Projekten von Mitbürgern bisher noch kein Bürgerrat entstanden? – Möglicherweise: Weil sie ein Anliegen haben und eine Botschaft – statt ergebnisoffen zu sein. – Weil man zu viel glauben muß. – Weil sie eher Gegnerschaft unterstellen als Kooperationsbereitschaft. – Weil zu viel Empörung im Spiel ist. – Weil sie Spenden akzeptieren (Spenden sind Delegationen!) – Weil sie sich nicht nur um die Sache sondern auch um den eigenen Bestand sorgen müssen. – Weil sie geschlossen sind: schreibt man hin, kriegt man meist keine Antwort.

Die Bürgerräte wollen kein Publikum, sondern diskutieren. Sie haben keine Ziele und Botschaften, sondern Fragen. Sie wollen nichts erreichen sondern was erkennen. Sie wollen keine Erfolge, sondern Antworten.

Ihre Chance, groß zu werden, liegt im Prinzip der „klugen Konvergenz“: Man tut sich zusammen, um zu recherchieren und Hypothesen zu entwickeln. Erreicht man auch nicht, gehört zu werden, wird man doch wenigstens klüger. Im Weg liegt schon genug Ziel.

 

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Wie die Arbeit der Bürgerräte konkret aussehen soll? Wie extrem unterschiedlich eingestellte Bürger sich vertragen können sollen? Ob da nicht bloß linke oder rechte Echokammern entstehen, in denen Radikale die Führung an sich reißen? Ob da jemals was Gescheites oder Glaubwürdiges draus entstehen kann? Daß die Probleme unabsehbar sind und unlösbar erscheinen? – Alles richtige Fragen und Einwände. Aber was spricht dagegen, daß sich einfach mal ein paar Leute zusammensetzen und mit irgendwas anfangen? Ohne großen Anspruch, ohne großen Aufwand, einfach nur mal probeweise ein paar Schritte dranbleiben an der Beschäftigung mit einer gemeinsamen Frage und unter der Maxime: „was können wir dafür tun, herauszufinden, ob wir Unrecht haben“…

Überall wo zwei zusammen sind, die reden oder schreiben können, kann jederzeit die Keimzelle eines Bürgerrates entstehen.

 

 

 

Die „Ideen“ werden fortgesetzt, nicht rasch aber stetig…

 

 

Verantwortungsethik

Der verpflichtende Bezugspunkt

„Toll ist das jetzt nicht, aber es gibt keine bessere Alternative“ – mit so einem Spruch wird man Verantwortung nicht gerecht. – Zwei Beispiele: Ein Herumschrauben an Statistiken, um eine wegen der Quote nötig gewordene Trivialisierung des Fernsehprogramms zu verschleiern, ist nur dann legitim, wenn untersucht wird, wieso man noch auf keinem anderen Wege hingekriegt hat, das Programm attraktiv zu machen. – Ein Militäreinsatz, um eine Bevölkerung vor einer Terrorgruppe zu schützen, ist erst legitim, wenn untersucht wird, wie es zu dem Terror kommen konnte und was getan werden kann, um der Aggression den Wind aus den Segeln zu nehmen. – Ohne solche „Bezugspunkte“ und die Selbstverpflichtung, ihnen gerecht zu werden, wird der Dienst an der guten Sache alles nur noch schlimmer machen.

Wenn ich ein Kabel aus einem Kabelgewirr ziehe, werden die Knoten fester, wenn ich nicht gleichzeitig an anderen Kabeln herumnestle. – Verantwortungsethik fordert: Symptombehandlung nie ohne Ursachenbehandlung.

Allerdings: Bevor die Frage nach dem Bezugspunkt gestellt wird, muß erst nach der Indiziertheit und Angemessenheit des geplanten Handelns gefragt werden. So kann man beispielsweise nicht sinnvoll nach verantwortungsethischen Begründungen für den „Krieg gegen den Terror“ suchen, ohne folgende Fragen beantwortet zu haben: Wurde, bevor die Maßnahmen beschlossen wurden, hinreichend geklärt, wie gefährlich der Terrorismus gemessen an anderen Lebensrisiken ist und ob der Aufwand und die ethisch problematischen Maßnahmen im angemessenen Verhältnis zur Gefahr stehen?

Die Frage nach verantworungsethischer Legitimierbarkeit einer Handlung sollte immer der zweite Schritt sein, sonst läuft man Gefahr, das Sieb drunter zu halten, wo der Bock gemolken wird!

Autokratie: die Alternative für Dummies

Verächtlich reden Autokraten von Demokratien als „Verunmöglichern“ („Impossibilismus“), weil in Demokratien zu viele Rücksichten genommen werden. – Und eine Autokratie wie China wird wegen unabsehbarer Erfolge bewundert. – Doch die Fragen, die an Autokratien zu stellen sind, sind nicht: Was machen sie möglich, sondern: was richten sie dadurch an – und was entgeht ihnen? – Und nicht: Wie sind sie? Sondern: Wie werden sie sein?

Auf wessen Kosten ermöglichen Autokratien, was Demokratien erschweren? Auf Kosten von Minderheiten oder Bündnisgenossen und auf Kosten der Korrektive und der Zukunft? – Und wenn sie heute so glänzend dastehen: wo stehen sie übermorgen?

Autokratien und Günstlingswirtschaft gehen Hand in Hand. – Günstlinge reden ihren Herren nach dem Munde. Unangenehme Worte werden bestraft, bestenfalls mit Karriereknick, schlimmstenfalls mit Kerker. Die fehlende Realitätsprüfung macht Autokraten mehr und mehr zu Phantasten. Bestenfalls gerät ihr Land nur ins Hintertreffen, schlimmstenfalls zieht es die halbe Welt mit eine Katastrophe, wie Hitlerdeutschland.

Der Starke ist am dämlichsten allein. Darin besteht die Aporie der Autokratie: So an sich zu glauben, wie es nötig ist, um Autokrat zu sein, macht zum Autokraten untauglich.

Zitat von Minxin Pei, Professor für Politikwissenschaften, aus dem „Tagesspiegel“ über den amtieren Autokraten Chinas:

„Da Xi die politische Macht in seinen Händen konzentriert hat, hat sich die Art der Entscheidungsfindung geändert. Wer die Politik beeinflussen will, muß sich nun Zugang zu Xi selbst verschaffen und wird daher dazu neigen, nur Informationen zu liefern, die ihm gefallen. Xis Intertoleranz gegenüber Abweichungen und seine Empfindlichkeit gegenüber Hiobsbotschaften haben seine Regierung viel anfälliger für politische Fehlentscheidungen gemacht. Schlimmer noch: da ein starker Mann das Image weitgehender Unfehlbarkeit aufrechterhalten muß, werden sogar manche offensichtlich ineffektive und kontraproduktive Maßnahmen nicht rückgängig gemacht.“

(Minxin Pei, „Quittung für den Alleinherrscher“ in: Tagesspiegel, 22.12.2019)

(Der Beitrag war ursprünglich ein Kommentar zum Artikel „Die Sehnsucht nach dem starken Mann“ in „Der Spiegel“, Nr. 24 / 9.6.18)

 

Soziale Intelligenz

Aus dem fiktiven Interview: „Die Weltformel„:

„Kennen Sie den Satz, den Brecht seinem Galilei in den Mund legt: „Traurig ein Land, das Helden nötig hat“? Ich habe eine eigene Lesart dieses Diktums. Sehen Sie, ob Wissenschaft, Kunst oder Handwerk: eine Disziplin ist doch erst dann hoch entwickelt, wenn man nicht mehr überdurchschnittlich sein muß, um darin etwas Verläßliches zu leisten, wenn auch ganz durchschnittliche Menschen darin Meister werden können. An eine Kultur stelle ich den gleichen Anspruch: Eine Kultur ist erst in dem Maße hochentwickelt, wie es keiner besonderen Anstrengung mehr bedarf, moralisch zu handeln. „Soziale Intelligenz“ heißt, daß man in jeder Situation schnell erkennen kann, wie sehr eine Verletzung der Gebote von Solidarität und Kooperation Implikationen eigener Intentionen widerspricht und daß man so geübt darin ist, den eigenen Antrieben einen Weg zu finden, der mit Solidarität und Kooperation vereinbar ist, daß man einfach nicht mehr darauf angewiesen ist, sie auf Kosten von anderen Menschen auszuleben. – Genauso, wie man heute kein Genie wie Bacon oder Boyle mehr sein muß, um naturwissenschaftlich zu denken, wird man irgendwann kein Heiliger mehr sein müssen, um moralisch zu handeln, weil soziale Intelligenz genauso selbstverständlich geworden ist, wie heute die naturwissenschaftliche Intelligenz, die die Kinder bei uns schon mit dem bloßen Heranwachsen üben“.

Aus Lars Lehmann: „Die Revolte„:

„Ihre Zivilisation hat ein Problem: Sie kann schlecht verzichten! Selbst für Menschen, denen es gut geht, fühlt sich Verzicht oft so unzumutbar an, daß sie glauben, ruhig etwas Unrechtes oder Schädliches tun zu dürfen, um nicht verzichten zu müssen. Anstatt die Bestände ihres Lebens auf ungenutzte Möglichkeiten zu sichten, werden sie aggressiv gegen Menschen oder Umwelt, um sich neue Bestände einzuverleiben. Die Menschheit ist noch auf der Kulturstufe, daß sie zwanghaft jeden Schatz heben muß, egal was dadurch angerichtet wird. Eine hochstehende Zivilisation kann die versunkenen Schätze im See lassen. Auf Euren entgeisterten Hinweis: „Aber da ist doch ein Schatz drin!“ würde sie achselzuckend sagen: „Na und?“ – Ihre Zivilisation hat noch nicht gelernt, die Frage zu stellen: „Auf was muß ich verzichten, wenn ich nicht verzichte!“ – Ihre Kultur ist zu einer Techniker-Kultur geworden. Aber was ist schon die Frage: „Wie kann ich das schaffen?“ gegen die Frage: „Wozu?“ Was hilft es, immer besser Probleme lösen zu können, wenn man immer weniger erkennt, was sich überhaupt lohnt, zum Problem zu machen?
Es wird bei der Reorganisation der Welt darum gehen, daß die Akteure erkennen, worauf sie verzichten können, ohne daß das Wesentliche ihrer berechtigten Ziele gefährdet ist. Ihr Blick ist auf die Perspektive fixiert, aus der sie ihr Ziel sehen, sie erkennen nicht, daß das gleiche Ziel aus einer anderen Perspektive eine völlig andere Gestalt annehmen kann. Nehmen Sie folgendes Beispiel: Da möchte jemand an einem Sommerabend auf seinem Balkon grillen. Nun weiß er, er belästigt damit die Nachbarn. Eigentlich könnte er auch ganz gut ohne Grill den Abend genießen. Doch dann denkt er: „Wer wäre ich eigentlich und was bliebe von meinem Leben übrig, wenn ich immer Rücksicht nähme!“ Er glaubt, durch eine gewisse Rücksichtslosigkeit erreicht er seine Ziele besser. Durch Verzicht sieht er Stolz, Autonomie und Lebensqualität gefährdet. Ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn macht auf eine ganz andere Weise stolz und autonom und verbessert die Lebensqualität. Doch das sieht er nicht. – Akteure mit Unwillen zu Verzicht sind wie jemand, der glaubt: Wasser ätzt, und er schlägt einen Steg über einen seichten Fluß, statt einfach hindurch zu waten. – Allerdings: Um auf Möglichkeiten zu verzichten, muß man genau wissen, wozu. Beschränkte Menschen sind alternativlos, die wissen das nicht.“  –

Die ganze Geschichte können Sie runterladen unter: https://www.goethesfaust.com/download/